Ateliergemeinschaft Glogauer Strasse 6

Diese Seite ist in Form einer Timeline aufgebaut. Das bedeutet, das Neuste steht an erster Stelle.

Die Reaktion dieses sogenannten Berliner Familienunternehmens bisher: Keine Antwort.

 

Weder gewählte Volksvertreter*innen oder Amtsträger auf Bezirks- und Landesebene noch Journalist*innen haben bislang eine Antwort erhalten. Auch auf unsere beiden Schreiben hat Kuthe und deren Geschäftsführer und Gesellschafter Stefan Freymuth nicht reagiert. 

 

Unterstützt die Künstler*innen und schreibt an dieses selbsternannte Berliner Familienunternehmen:

Arnold Kuthe Immobilienverwaltungs-GmbH

Brunsbütteler Damm 120-130, 13581 Berlin,

E-Mail: kontakt@kuthe.de


Kreuzberger Karussell

(TAZ 07.05.2020)

 

Mietsteigerungen setzen vielen Künstler*innen zu, auch in der Coronakrise. Die Kuthe Immobilien GmbH kündigt als Vermieter einer Ateliergemeinschaft in der Glogauer Straße.

 

(...)

 

Die Kuthe GmbH reagierte auf Anfragen der taz nicht. Pikant ist, dass einer der Gesellschafter Stefan Freymuth ist, mit der stattlichen Einlage von 6 Millionen Euro sogar. Freymuth ist auch Mehrheitsaktionär beim traditionsreichen Pianohersteller Bechstein. Und über die Arnold Kuthe Gastronomieservice GmbH betreibt er zudem das Wintergarten Varieté. Jemand, der selbst Kunst produzieren lässt und künstlerische Betätigung fördert – über die Bechstein Stiftung versorgte Freymuth etwa 200 Grund- und Gesamtschulen im ganzen Land kostenlos mit Klavieren – setzt in seiner Rolle als Immobilienbesitzer andere Künstler schnöde auf die Straße.

 

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Miete essen Kiezleben auf

(Neues Deutschland 30.04.2020)

 

»In den letzten Jahren hat sich die Marktsituation in unserer Stadt im positiven Sinne dynamisch entwickelt. Diese Entwicklung blieb nicht ohne Einfluss auf den Mietmarkt für Gewerbeflächen, insbesondere auch in Kreuzberg.« So leitete das Traditionsunternehmen Arnold Kuthe Immobilienverwaltungs-GmbH das Schreiben ein, das im August letzten Jahres im Briefkasten lag. 15,50 statt bisher 9 Euro sollten die Künstler*innen ab Juni 2020 pro Quadratmeter zahlen.

 

Auf eine Anfrage von »nd« reagierte das Unternehmen nicht. Die meisten Räume des Kreuzberger Gewerbehofs werden inzwischen an Start-ups aus dem IT-Bereich oder Architekturbüros vermietet, wie aus einem Immobilieninserat im Internet hervorgeht. Dort wird die 220 Quadratmeter große Atelierfläche für 5500 Euro monatlich zur Miete angeboten - noch einmal 1000 Euro mehr, als die Künstler*innen hätten zahlen sollen.

 

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Soli Video der Ateliergemeinschaft Glogauer 6 für Kisch&Co. 

 

Auch die Buchhandlung in der Oranienstraße 25 ist (wieder) von Verdrängung bedroht. Nach 23 Jahren im Kiez wurde der Mietvertrag nicht verlängert.

 

Die neue Eigentümerin ein Immobilienfonds mit Namen "Victoria Immo Properties V S.a.r.l", deren wirtschaftliche Verfügungsberechtigte wahrscheinlich die Erb*innen des Tetra Pak Gründers Ruben Rausing sind, möchte den größtmöglichen Profit aus der Immobilie ziehen... 


Rendite statt Kunst?

(Xhain-Stachel Nr. 67)

 

Wieder einmal sind Künstler*innen und Kreative in Kreuzberg akut von Verdrängung bedroht. Diesmal trifft es eine Ateliergemeinschaft in der Glogauer Straße 6. Und dies ist nur eines von mehreren Beispielen in einer Kette von Verdrängung künstlerischer Arbeitsgemeinschaften in unserem Bezirk. Eine Entwicklung, die einige Immobilienbesitzer*innen reicher macht,

Friedrichshain-Kreuzberg und uns alle aber ärmer.

 

Denn sind es doch gerade jene, die sie mit ihren maßlosen Mieterhöhungen verdrängen, die durch ihre Arbeit und deren Ausstrahlung die Kieze so attraktiv und damit letztlich ihre Immobilien so wertvoll machen. Und so haben zunächst

Canan Bayram und Cansel Kiziltepe(beide Mitglieder des Bundestages), Marianne Burkhardt-Eulitz (Mitglied des Abgeordnetenhauses), Clara Herrmann (Kulturstadträtin

von Friedrichshain-Kreuzberg), Klaus Lederer (Senator für Kultur

und Europa) und ich als Vorsitzender des Ausschusses für Kultur

und Bildung in Friedrichshain- Kreuzberg an die Geschäftsführung

der Kuthe Immobilien-Holding geschrieben, sich dabei für den Verbleib der Ateliergemeinschaft eingesetzt und Gespräche angeboten.

 

Darüber hinaus haben über 30 Initiativen und Institutionen sich

in einem Kiezbrief an die Eigentümer*innen gewandt und sich für

die Ateliergemeinschaft eingesetzt.

 

weiterlesen auf der Seite 4 der Ausgabe


Für den Erhalt der Kreuzberger Ateliergemeinschaft in der Glogauer Straße 6

 

Canan Bayram (Mitglied des Deutschen Bundestags) fordert die Arnold Kuthe Immobilienverwaltungs-GmbH auf, die Verhandlungen mit der Ateliergemeinschaft wieder aufzunehmen und einen fairen und langfristigen Mietvertrag zu ermöglichen. 

 

Bereits im Februar hat die Politikerin einen Brief an die Eigentümerin des Hauses geschrieben und zu Verhandlungen über das Fortbestehen der Ateliergemeinschaft eingeladen.

 

Den Vermieter*innen muss klar sein, dass auch sie eine Verantwortung für ihre Mieter*innen haben. Der Erhalt der berühmten Berliner Mischung sollte gerade auch in ihrem Interesse liegen, und zwar auch in Bezug auf die Gewerbehöfe der Innenstadt, in denen unsere Künstler*innen arbeiten. Denn es sind auch diese Künstler*innen und Kreative, die maßgeblich zur Attraktivität unserer Kieze beitragen. Sie müssen vor Verdrängung geschützt werden. 

 

Das Schreiben und weitere Infos dazu gibt es hier.

Tagesspiegel Newsletter vom 23.04.2020



Wir haben heute (20.04.2020) nochmal an Kuthe geschrieben:

 

Glogauer Straße 6: Mehr als 700 Menschen plädieren für den Erhalt der Ateliergemeinschaft

 

Sehr geehrter Herr Freymuth,

 

mehr als 700 Menschen unterstützen inzwischen die Forderung für den Erhalt der Ateliergemeinschaft in der Glogauer Straße 6.

 

Die Unterzeichnenden eint der Appell an Sie, einen fairen und langfristigen Mietvertrag für die Ateliergemeinschaft vorzulegen. Sie als Gesellschafter der Kuthe GmbH haben eine Verantwortung gegenüber den Menschen und der Stadt, der Sie aktuell allerdings nicht nachkommen.

 

Darum fordern wir Sie nochmals auf: Sorgen Sie für den aktiven Erhalt der Kunst- und Kulturszene in den Berliner Kiezen und vor allem in Kreuzberg. Ziehen Sie die Kündigung zurück, nehmen Sie die Verhandlungen wieder auf und zeigen Sie der Stadt, dass Ihnen diese Kunst- und Kulturszene nicht egal ist!

 

Es grüßt sie freundlich

Die GloReiche Nachbarschaft

Für eine soziale Stadt und gegen Verdrängung

 

Ihr könnt bei Change.org sowie auch im Mini Spar und in der Bäckerei Filou immer noch unterschreiben.



Traditionsunternehmen kündigt Ateliergemeinschaft - weil diese keine siebzigprozentige Mietsteigerung zahlen kann
(Tagesspiegel Newsletter vom 02.04.2020)

 

Eine Ateliergemeinschaft in Kreuzberg hat eine Mieterhöhung von 70 Prozent erhalten. Das trotz der massiven Steigerungen, die wir hier gewöhnt sind, auch in Berlin ungewöhnlich. Und für die Betroffenen unbezahlbar: Mieterin ist die Ateliergemeinschaft in der Glogauer Straße 6; die Künstler*innen können sich die mehr als 15 Euro pro Quadratmeter schlichtweg nicht leisten. Das teilten sie ihrem Vermieter mit, als er die Erhöhung im Herbst 2019 ankündigte, und sie mit der „im positiven Sinne dynamischen Markentwicklung“ in den letzten Jahren begründete. Daraufhin erhielt die Ateliergemeinschaft die Kündigung ihres Mietvertrags zum 31. Mai diesen Jahres.

 

Der Vermieter ist übrigens kein*e bekannte*r Immobilienspekulant*in, sondern das Traditionsunternehmen Arnold Kuthe Immobilienverwaltungs-GmbH. Kaum einen Straßenzug gebe es in Berlin, an dem Kuthe nicht beteiligt war, erzählte Geschäftsführer und Gesellschafter Stefan Freymuth 2013 dem Tagesspiegel.

 

Nun soll das Künstleratelier also weichen – „damit noch mehr Geld verdient werden kann“, sagt Coni Pfeiffer von der Mieter*innen-initiative „GloReiche Nachbarschaft“. „Die Ateliergemeinschaft ist nicht der erste Verdrängungsfall in der Glogauer Straße 6“, so Pfeiffer.

 

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Alteingesessenes Berliner Unternehmen verdrängt Künstler*innen in Kreuzberg

 

Zu unserer Pressemitteilung vom 27.03.2020 geht es hier lang.

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Offener Brief

 

An die

Arnold Kuthe Immobilienverwaltungs-GmbH

Brunsbüttler Damm 120-130

13581 Berlin

 

Eigentümerin des Gebäudes Glogauer Straße 6

 

Sehr geehrter Herr Freymuth, sehr geehrter Herr Bialas, sehr geehrter Herr Curth,

 

die Ateliergemeinschaft, bestehend aus Clemens von Wedemeyer, Laura Horelli, Joa Herrenknecht, Heba Y. Amin und Raphael Grisey, hat sich an uns als Nachbarschaftsinitiative gewandt, da sie akut von Verdrängung bedroht ist. Erst forderten Sie eine 70%ige Mieterhöhung, um dann nach erfolglosen Verhandlungen die Kündigung zum 31.05.2020 auszusprechen.

 

Wir stehen in engem Austausch und erleben die Ateliergemeinschaft als Teil einer gewachsenen Kreuzberger und auch Berliner Struktur. Kuthe, als alteingesessenes Berliner Familienunternehmen mit unzähligen Immobilien, hat eine Verantwortung gegenüber den Menschen und der Stadt. Dieser kommen Sie aktuell allerdings leider nicht nach.

 

Darum fordern wir Sie auf

  1. Die Kündigung sofort zurückzunehmen
  2. Verhandlungsgespräche über den Verbleib der Ateliergemeinschaft in der Glogauer Straße 6 wiederaufzunehmen und
  3. einen fairen, langfristigen Mietvertrag für die Ateliergemeinschaft vorzulegen.

 

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, wie es auch schon die Eigentümer des Hauses in der Reichenberger Straße 86 getan haben, und sorgen Sie für den aktiven Erhalt der Kunst- und Kulturstruktur in Berliner Kiezen und vor allem in Kreuzberg.

 

Die GloReiche Nachbarschaft

Für eine soziale Stadt und gegen Verdrängung

 

 

 


Mitunterzeichner des offenen Briefes an die Arnold Kuthe Immobilienverwaltungs-GmbH

 

·       #200Häuser

·       Acud Macht Neu

·       ANföR.e.V. (Aktivitäten Netzwerk für den öffentlichen Raum)

·       Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V.

·       Atelierbüro im Kulturwerk des bbk berlins GmbH

·       Bäckerei Filou

·       Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt e. V.

·       Bizim Kiez

·       Buchhandlung Kisch & Co

·       Bündnis Zwangsräumung verhindern

·       Common Grounds

·       Der Sprecher*innenkreis der Koalition der Freien Szene

·       Dr. Martin Schwegmann, Atelierbeauftragter für Berlin

·       Harun-Farocki-Institut

·       Galerie Barbara Weiss  

·       Galerie KOW Berlin

·       GlogauAir gGmbH

·       Kunstblock & beyond

·       Lause bleibt

·       Metrozones - Zentrum für städtische Angelegenheiten

·       neue Gesellschaft für bildende Kunst e.V. (nGbK)

·       OraNostra

·       Reichenberger Straße 55 e.V.

·       SchokoSport

·       Sozialbündnis Alt-Treptow

·       Stadt von Unten

·       Stadtteilarbeit Reichenberger Kiez

·       The Institute for Endotic Research

·       Uferhallen e.V.

·       Urban67bleibt 

·       ZK/U - Zentrum für Kunst und Urbanistik



Die Ateliergemeinschaft Glogauer Strasse 6 ist von Verdrängung bedroht!

 

Wir sind eine Gruppe von Künstlern und Designern, die hauptsächlich mit Film und Video arbeiten. Wir sind seit 2006 in der Atelieretage und haben im Herbst trotz Staffelmiete eine Mieterhöhung um 70% erhalten. Wir haben darauf mit einem Brief reagiert. Danach hatten wir mehrere Treffen mit einem Mitarbeiter der Firma Kuthe. Er versprach uns mehrfach, dass er uns entgegenkommen wurde mit einem neuen Angebot, was er später aber zurücknahm mit der Begründung „keine Sonderbehandlung erteilen zu können“. Im Dezember haben wir eine Kündigung erhalten für den 31.05.2020.

 

v.l.n.r.: Samuel Richter, Laura Horelli (Hauptmieterin), Raphael Grisey, Clemens von Wedemeyer (Hauptmieter), Heba Amin 
Nicht auf dem Foto: Joa Herrenknecht (Hauptmieterin) und Nina Nendza


Artists' Studio Under Threat! Glogauer 6 bleibt!

 

Jetzt Online-Petition unterschreiben.

Für den Verbleib der Künstler*innen in unserem Kiez.

 

Ihr könnt auch die ausgelegten Unterschriftenlisten in der Bäckerei Filou, MiniSpar, Five Elephant und Zad Falafel (alle in der Reichenberger Str.) nutzen.

 

#glo6bleibt #Glogauer6 #Kreuzberg 

 



Künstleretage aus der Glogauer Straße protestiert gegen

Verdrängung (Tagesspiegel Newsletter vom 20.02.2020)

 

Zu Anfang Mai wurde der Ateliergemeinschaft aus der Glogauer Straße 6 von der Arnold Kuthe Immobilienverwaltungs- GmbH gekündigt. Die fünf Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Design und Film arbeiten zusammen auf einer etwa 220 Quadratmeter großen Etage des Gewerbehofes. Die Kuthe-Gruppe besitzt unter anderem mehrere Gewerbehäuser in der Glogauer Straße und am Landwehrkanal.

 

Mieterhöhung um 80 Prozent. Zwar hätten die fünf Künstlerinnen und Künstler die Option, den Vertrag zu verlängern – allerdings nur zu geänderten Konditionen: „Die Miete wurde um 80 Prozent erhöht“, sagt Designerin Joa Herrenknecht. Im Vorhinein hatten sie lange versucht, mit Kuthe zu verhandeln. Erst wurde kommuniziert, ein Treffen sei möglich – doch dann lag die Kündigung im Briefkasten. Gerade bezahle die Künstleretage neun Euro pro Quadratmeter, aber „die Start-ups, die hier einziehen zahlen 22 Euro für eine unsanierte Etage. Da kann der normale Kreative kann nicht mitziehen“.

 

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Entwicklung der Kaltmiete 

2006: 3,40 €/qm (Staffelmietvertrag)

2013: 5,50 €/qm (Staffelmietvertrag)

2017: 8,50 €/qm (Staffelmietvertrag)

2020: 9,20 €/qm bis Mai 2020 (Staffelmietvertrag)

ab Juni 2020: 15,50 €/qm

 

Ab Juni 2020 stellte sich der Eigentümer für die unsanierte Fabriketage eine Miete in Höhe von 15,50 €/qm vor. Dazu kämen dann noch die Betriebskosten.