Reichenberger 119

Diese Seite ist in Form einer Timeline aufgebaut. Das bedeutet, das Neuste steht an erster Stelle.

Facebook Seite der Hausgemeinschaft: https://www.facebook.com/reiche119

Game of Homes - Demo & Protestfest

Das Wetter hat uns zwar mit Sturm und Starkregen einen Strich durch die Rechnung gemacht was die Demo betrifft, dafür war das anschließende Protestfest ab 20:00 Uhr umso schöner.

 

Mit guten und interessanten Gesprächen, viel Spaß mit dem Wurfhaus von Gentrifidingsbums, einer tollen Kunstausstellung und leckerem Essen.

 

Mit dabei waren u.a. solidarischen Hausgemeinschaften aus der 

die Yayla Sportschule und Pascal Meiser.

 

Protestfest "Game of Homes" (12.06.2019)

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Mobi Flyer: Demo & Protestfest
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Demo & Protestfest "Game of Homes" am 12.06.2019 von 19:00 bis 22:00 Uhr

 

Die kürzeste Demo Kreuzbergs!

Start Forster Str. 1 - Zwischenstopp Forster Str. 4 bei der Sportschule Yayla - Kundgebung & Protestfest Reichenberger 119.

 

Im Foyer des Hauses wird es eine kleine Kunstausstellung geben. Gezeigt wird die Ausstellung „Gentrifidingsbums - Eene, meene, muh und raus bist du?“ und unser erfolgreicher Wettbewerbsbeitrag aus dem Jahr 2018 „Plakat politisch machen - Recht auf Stadt“.

 

Für Essen und Trinken ist gesorgt. 

 

 

Link zum Event.

 

Demoroute:



Pressemitteilung der Mieter_innen aus dem sozialen Wohnungsbau Reichenberger Straße 119

Wenn das Vorkaufsrecht für „Diese eG“ bei uns nicht greift, weil es eine Lücke im Gesetz gibt – was soll dann aus uns werden?

 

Vor kurzem hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg geprüft, ob er das Vorkaufsrecht bei der Reichenberger Straße 119 für die neugegründete Genossenschaft „Diese eG“ anwenden kann. Die Reichenberger Straße 119 ist das Haus, in dem wir wohnen und das an die „Zentral Boden Immobilien Gruppe“ (ZBI) mit Sitz in Erlangen veräußert wurde. Es wurde 1992 mit Mitteln aus dem sozialen Wohnungsbau errichtet. Die Hausgemeinschaft mit über 80 Mieter_innen umfasst sechs verschiedene Nationalitäten, unterstützt sich gegenseitig und trifft sich regelmäßig auf einen Plausch im Hinterhof.

 

„Die Häuser denen, die drin wohnen!“ Bei uns hat´s leider nicht geklappt. Wäre ja auch zu schön gewesen. Ein Vorkauf und die Umwandlung in genossenschaftliches Wohnen hätte uns allen eine große materielle Sicherheit gebracht und unsere 27 Kinder müssten keine Angst mehr haben, ihre Heimat zu verlieren. Keine Existenzängste mehr. Die ganze Hausgemeinschaft begrüßte diese Idee und mobilisierte große Energie. Die Genossenschaftsanteile hätten wir aufbringen können, denn statt 2€/m² ortsüblicher Nebenkosten zahlen wir zwischen 4-5€/m². Im Haus wohnen sehr viele Alleinerziehende und kinderreiche Familien, die können sich nicht so gut wehren und zahlen einfach. Dafür verschulden sie sich auch, denn sie haben große Angst, ihr Zuhause zu verlieren.

 

Leider geht das bei uns mit dem Vorkauf nicht, wurde uns gesagt. Die ZBI habe nur das Haus gekauft, das Grundstück befinde sich in Erbpacht und so würde das Vorkaufsrecht ausgehebelt.

 

Wir sind finanziell und kräftemäßig am Limit, weil wir von unseren Vermietern seit 12 Jahren ganz besonders „ausgepresst“ werden. Mindern wir die Miete, weil z.B. der Fahrstuhl monatelang nicht repariert wird, kommt gleich das Kündigungsschreiben. Vielen im Haus macht so etwas große Angst, und wir zahlen für Leistungen, die wir nicht erhalten. Hier wäre ein besonderer Schutz gefragt, und dafür braucht es mehr als Mieterberatung einmal die Woche, wo wir dann 1- 2 Stunden auf das Gespräch mit den Anwält_innen warten müssen. Wie soll das die alleinerziehende Mutter bewältigen? So etwas müssen Jurist_innen durchsetzen – und die können wir uns nicht leisten. Recht haben und Recht bekommen sind eben zwei verschiedene Schuhe.

 

Wir begrüßen es sehr, dass „Diese eG“ handlungsfähig wird. Wir wünschen dieser Genossenschaft ein gutes Gelingen. Der Vorkauf ist ein wichtiger und richtiger Weg. Bevor die Frist für den Vorkauf der #13 Häuser am 15.06.2019 endet, wollen wir jedoch noch einmal auf uns aufmerksam machen. Wir wollen zeigen, dass man uns nicht so einfach fallenlassen kann, weil das mit dem Vorkauf halt nicht klappt. Wir wünschen uns Unterstützung vom Bezirk!

 

Deshalb gehen wir gemeinsam mit unseren verdrängungsbedrohten Nachbar_innen aus der Forster Straße 1 und der Yayla-Sortschule aus der Forster Straße 4 am Mittwoch, den 12. Juni um 19 Uhr erneut auf die Straße. Die Demonstration beginnt an der Forster Straße 1 und mündet in eine Kundgebung mit Protestfest vor der Reichenberger Straße 119. Im Foyer des Hauses wird es eine kleine Kunstausstellung geben. Gezeigt wird die Ausstellung „Gentrifidingsbums - Eene, meene, muh und raus bist du?“ und ein erfolgreicher

Wettbewerbsbeitrag aus dem Jahr 2018 „Plakat politisch machen - Recht auf Stadt“.

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Pressemitteilung der Mieter_innen aus dem sozialen Wohnungsbau Reichenberger Straße 119 als Download
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Wünsche & Forderungen der Hausgemeinschaft

  • Genossenschaftliches, selbst verwaltetes Wohnen
  • Eine Kita anstelle der Spielothek* im Erdgeschoss
  • Verwirklichung eines interkulturellen Nachbarschaftsgartens auf der derzeit unzugänglichen Dachterrasse 
  • Umgestaltung des Innenhofs in einen naturnahen Garten 
  • (Wieder-)öffnung des Fahrradkellers
  • Mehr Kleingewerbe im Kiez für und von Nachbar*innen

*Direkt gegenüber des Hauses liegt die Rosa-Parks-Grundschule. 

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Wünsche & Forderungen des Hausgemeinschaft
Was die Hausgemeinschaft tun würde, wenn sie eine Genossenschaft wären.
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Von Verdrängung und Spekulation bedroht – die Hausgemeinschaft in der Reichenberger Straße 119

Unten war mal ein großes Lebensmittelgeschäft, auch ein Baumarkt. Heute ist die Fassade im Erdgeschoss der Reichenberger Straße 119 abgeklebt – eine Spielhalle  macht hier ihre Geschäfte. Darüber wohnen ganz normale Menschen: Viele der mehr als 80 Mieter*innen leben hier, seitdem das Haus im Jahr 1992 gebaut wurde. Sie haben Familien gegründet und ziehen dort nun ihre Kinder groß. Die Hausgemeinschaft umfasst sechs verschiedene Nationalitäten: Türkisch, Marokkanisch, Libanesisch, Israelisch, Argentinisch und Deutsch. Es ist eine gewachsene Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und regelmäßig auf einen Plausch im Hinterhof trifft.

 

Nun wurde das Haus in einem „Paketverkauf“ an die „ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe“ mit Sitz in Erlangen verkauft. 

 

Die Sorge ist groß unter den Mieter*innen. Was hat die ZBI mit ihrem Haus vor? Mark Münzing (Vorstand Einkauf und Finanzierung bei ZBI Immobilien AG), sagte der Berliner Zeitung: „Wir wollen die Wohnungen behalten und nicht verkaufen“ so gehen sie doch in einen Investmentfond und dienen somit als Geld- und Kapitalanlage. Darum haben sich die Mieter*innen entschlossen mit ihrem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen.

 

Übrigens: Das Gebäude in der Reichenberger Straße 119 wurde mit Mitteln aus dem sozialen Wohnungsbau gebaut. Das Haus an sich steht auf einem Erbbaugrundstück. Da es sich im sozialen Erhaltungsgebiet (Milieuschutzgebiet) Luisenstadt befindet prüft der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ob das bezirkliche Vorkaufsrecht angewendet werden kann.  

 

Eckdaten des Hauses:

Baujahr: 1992 (sozialer Wohnungsbau)

Wohnungen: 28

Bewohner*innen: > 80

Altersstruktur: 0 – 85 Jahre

Milieuschutz: Ja

Verkäuferin: Minotaurus Immobilien Gmbh & Co. KG

Käuferin: ZBI Fondsmanagement AG

Prüfung Vorkaufsrecht Bezirk: 15. Juni 2019 (Stichtag)

 

Besonderheit:

Das Haus wurde auf einem Erbbaugrundstück errichtet.

Erbbau bedeutet, ein zeitlich begrenztes Nutzungsrecht eines Grundstückes zur Errichtung einer Immobilie zu haben. Umgangssprachlich wird Erbbau auch als Erbpacht bezeichnet.

 

Weitere Infos zum Thema Erbbau findet ihr bei Exrotaprint.